Besitzer der Burg

Die Geschichte Kriebsteins

Im Zuge der deutschen Ostexpansion dürfte es die Vorfahren von Dietrich von Beerwalde in das neue eroberte Gebiet, östlich der Saale, verschlagen haben. Wann dies genau geschah kann nicht mehr ermittelt werden. Doch dürften sich die von Bernwalde (Beerwalde) nach dem Dorfe Beerwalde genannt haben. Es besteht die Vermutung das dieser Ort eine Gründung des Bero sei, der gegen Ende des 12. Jahrhunderts als Schenk am Hofe Dedos des Feisten in Rochlitz lebte, und daß Herrmann von Bernwalde (Beerwalde), der mit Friedrich dem Freidigen 1286 in Dresden und 1288 in Rochlitz weilte, den Herrenhof zu Beerwalde als Nachkomme aber doch als Besitzfolger Beros inne gehabt hatte. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts besaß diesen Hof der Vater des Dietrich von Bernwalde. Dietrich wird zuerst in einer Urkunde der Markgrafen Friedrich III, Balthasar und Wilhelm I. vom 13. Dezember 1378 erwähnt. Dieselben Markgrafen nennen ihn 1381 ihren heimlichen Rat. Er stand also damals bereits im Mannesalter, woraus sich ergibt, daß die Zeit seines Vaters, von dem er Beerwalde geerbt hat, bis in die 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts zurückreicht. So spricht vieles dafür, daß Beerwalde vor seiner Gründung an bis auf Dietrich Besitz derselben Familie, der Familie von Bernwalde, gewesen ist. Zum Beerwalder Herrenhof gehörte ohne Zweifel das Gelände, auf dem Burg Kriebstein erbaut worden war. Der Name Kriebstein wird zum ersten male genannt in einer Urkunde vom 4. Oktober 1384. Aus diesem Dokument geht hervor das schon Dietrichs Vater Kriebstein als markgräfliches Lehn besessen hatte. Die romanische Kapelle der Burg und romanische Bauteile der Halle stammen möglicherweise aus jener Zeit. Wann Kriebstein genau entstand ist demnach nicht mehr genau nach zu vollziehen. Im Vorgängerbau Kriebsteins in Beerwalde, eine typisches Bauwerk dieser Zeit, eine sogenannte ,,Turmhügelburg" (Heute befindet sich ein ähnliches Bauwerk noch in Rothenburg ob der Tauber, das sogenannte ,,Topplerschlösschen".), kann man durch Dentrochronologischen Untersuchungen eine Nutzung bis ca. 1350 nachweisen. Nach den gefundenen Bodenproben zu urteilen wurde diese Anlage ein Opfer der Flammen. Eine weitere mittelalterliche, typische Anlage dieser Zeit ist nur ca. 5 km Luftlinie von Beerwalde entfernt.(Höfchen/Tanneberg) Ob dies ein Nachfolgebau von Beerwalde war und ein weiteres Ereignis sie dazu zwang auch diesen Standort aufzugeben und dann erst nach Kriebstein auszuweichen ist nicht geklärt. Es könnte genau so gut die Burg eines Nachfahren derer von Bernwalde gewesen sein, dessen Linie später ausstarb.

Quelle: www.schloss-ehrenberg.de Autor: Frank Brühl

Für zahlreiche Fakten über die Besitzer möchte ich mich, bei Herrn Frank Brühl bedanken, ohne Ihn wäre diese Aufstellung nicht möglich gewesen!

von bis Name Ämter, Titel  
  1349     Es ist nun anzunehmen, daß einer der Familie von Bernwalde um die Mitte des 14. Jahrhunderts Kriebstein als markgräflichen Lehn besessen hatte, aber es fehlt bisher an dem Nachweis. Das Lehnbuch Friedrich des Strengen führt unter den Lehnsleuten des Markgrafen kein Mitglied der Familie von Bernwalde auf. Beerwalde, Höfchen, Schweikershain und Holzhausen werden darin nicht erwähnt. Eine Erklärung für die nicht Erwähnung fehlt. Lediglich Erlau, Tanneberg, Crossen, links und Erlebach, Gebersbach, Moosheim rechts der Zschopau finden darin Erwähnung. Quelle: Frank Brühl
  1361     Waldheim kam an Friedrich von Schönberg und die Burggrafen.
  kurz vor 1384     Ausstellung des Lehnbriefes durch Markgraf Wilhelm I. Quelle: Frank Brühl
04.10.1384 Ende 1408 Dietrich von Beerwalde Am wettinischen Hof: Heimlicher Rat (1381), Marschall (1383), Hofmeister (1389) Erst Erwähnung der Burg Kriebstein, in einer Urkunde, in der Dietrich von Beerwalde dem Markgrafen Wilhelm I. für sich, seine Nachkommen und Erben gelobt, ihm sein Schloß Kriebstein für den Fall, daß dieser sich der Feste in Kriegs- oder Fehdezeiten als Zufluchtsort oder als Stützpunkt für Unternehmungen bedienen wolle, offen zu halten. Quelle: Frank Brühl
Ende 1408   Witwe Elisabeth und nach ihrem Tode, die Tochter Klara von Dietrich von Beerwalde als Leibgedinge.   Ehefrau Elisabeth ist eine geborene von Einsiedel.
ca. 1410   Ritter Apel Vitzthum der Ältere von Tannrode   Er übernimmt die Burg und war mit der Tochter Dietrichs von Beernwald, Klara, verheiratet. Quelle: Frank Brühl
  1410     Verhandlungen mit dem Kloster Buch über den strittigen Wert des Töpelwinkels ( Landstrich an der Zschopau- zwischen Hartha und Döbeln)- Ritter Apel Vitzhum der Ältere zu Tannrode. 28. Dezember 1410 Schlichtung des Streites. (Unter den Richtern befand sich auch ein Dietrich von Staupitz zum Stene*) (*Nicht mehr vorhandenen Burganlage an der Freiberger Mulde in der Nähe von Döbeln) Quelle: Frank Brühl
  1415     Überfall auf die Burg Kriebstein durch Dietrich von Staupitz. Wenig Später durch Aufgebote des Landesherren wieder abgenommen. Dietrich kommt nach Eilenburg in das Gefängnis. Quelle: Frank Brühl
  11. Dezember 1445 Apel Vitzthum der Jüngere von Tannrode   Bei der Landesteilung, der durch den Hallischen Machtspruch zustande kam, fiel Meißen und damit auch die Herrschaft Kriebstein an den Kurfürsten. Apel Vitzthum der Jüngere von Tannrode war beider Fürsten Lehnmann und mußte sich nun entscheiden. Er schlug sich auf die Seite des Herzogs und wurde dadurch Feind des Kurfürsten, der nun die Kriebsteinschen Dörfer, die nicht zum Leibgedinge der Klara von Bernwalde gehörten, sondern im Erbgang an Apel gekommen waren, nämlich Schweikershain, Arras, Höfchen und Holzhausen, als feindliches Gebiet ansah und behandelte. Quelle: Frank Brühl
1459 1465 Ritter Hans von Maltitz zu Dahlen und Otto Spiegel zu Grunau bei Eilenburg.   Verkauf von Burg Kriebstein mit der Stadt Waldheim, Hartha und allen Dörfern und sonstigen Zugehörungen eingeschlossen aller oberster und niederste Gerichte, an Ritter Hans von Maltitz zu Dahlen und Otto Spiegel zu Grunau bei Eilenburg. Beide ließen die Herrschaft durch Beamte verwalten. Quelle: Frank Brühl
1465 1490 Hugold III. von Schleinitz Obermarschall des Kurfürsten Ernst und Herzogs Albrecht Nach dem Tode Otto Spiegels verkauften dessen Söhne und Hans von Maltitz 1465 die Herrschaft Kriebstein an der Obermarschall des Kurfürsten Ernst Hugold III. von Schleinitz. Stammt aus einem der ältesten und reichsten Geschlechter der Mark Meißen. Quelle: Frank Brühl
1490 04.07.1498 Die Söhne Heinrich, Jahn und Hugold von Hugold III. von Schleinitz erben Kriebstein   Am 19. Januar 1490 stirbt Hugold von Schleinitz. Die Söhne Heinrich, Jahn und Hugold werden nun belehnt. Quelle: Frank Brühl
04.07.1498 1503 Götz (Gottfried) und Heinrich von Ende   Am 4. Juli 1498 verkaufen die Söhne Hugold III. von Schleinitz, Kriebstein ihren Schwägern Götz (Gottfried) und Heinrich von Ende. Quelle: Frank Brühl
1503 1506 Herzog Georg den Bärtigem von Sachsen   1503 kam Kriebstein durch Tausch an Herzog Georg den Bärtigen. Die von Ende erhielten dafür das Amt Rochsburg und außerdem 1000 rhein. Gulden. mit Rücksicht darauf, daß Schloß Rochsburg abgebrannt war. Quelle: Frank Brühl
1506 1509 Hans von Minckwitz auf Sonnewalde   Am 23. Mai 1506 übernahm Hans von Minkwitz der Jüngere zu Sonnewald für seinen Vater, Ritter und Rat Hans von Minkwitz zu Sonnewald, den Besitz und die Burg Kriebstein. Der Kaufpreis betrug 19000 gute vollwichtige rhein. Gld. Herzog Georg sicherte sich auf 3 Jahre das Recht des Wiederkaufs für denselben Preis. Andererseits dürfe es bei einem Wiederkauf 8 Jahre nicht weiter veräußert werden, so Hans von Minkwitz Bedingungen. Bei dieser Vertragsbindung ist es aber nicht geblieben. Quelle: Frank Brühl
1509 1510 Georg von der Pforte   Am 16. Mai 1509 wird die Burg Georg von der Pforte übergeben. Quelle: Frank Brühl
1510 1523 Zwei Brüder der Familie von Starschedel   10. Oktober 1510 kam die Burg an die Brüder von Starschedel. Der häufige Besitzwechsel erklärt sich aus den wirtschaftlichen Verhältnissen der Zeit. Güter und Zinse dienten als Zahlungsmittel oder als Pfand, wenn bares Geld zur Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen nicht zu beschaffen war. 1518 und 1521 verpachteten die Gebrüder Starschedel Kriebstein auf je 3 Jahre für jährlich 850 Gulden an Georg von der Pforte. Quelle: Frank Brühl
1523 1527 Herzog Georg den Bärtigem von Sachsen   Herzog Georg der Bärtige kaufte Kriebstein Ende 1523 zurück und ließ es einige Jahre durch Amtsleute verwalten. Quelle: Frank Brühl
1527 1529 Christoph von Haugwitz   Am 4. Mai 1927 überließ Herzog Georg sie Christoph von Haugwitz auf 3 Jahre für einen jährlichen Zins von 950 Gulden, wobei er sich aber den Erlös aus Holzverkäufen und die Gerichtsgefälle vorbehielt. Zu den besonderen Verpflichtungen, die er dem Pächter auferlegte, gehörte die Versorgung des Schloßkaplans und die Lieferung von Butter und Käse an die herzogliche Küche, die Tonne Butter für 5, die Tonne Käse für 3 alte Schock. Quelle: Frank Brühl
1529 1537 Ernst von Schönburg   Am 3. Mai 1529 übernahm Ernst von Schönburg Schloß und Amt Kriebstein pachtweise unter den Bedingungen, die 1527 mit Christof von Haugwitz vereinbart worden waren. An die Stelle des Pachtvertrags trat am 1. Mai 1531 ein Kaufvertrag. Der Herzog überließ Kriebstein Ernst wiederverkäuflich zu veräußern oder zu versetzen, für 20.000 Gulden. Quelle: Frank Brühl
1537 1543 Herzog Georg den Bärtigem von Sachsen   1537 kaufte Herzog Georg Kriebstein von den Vormunden der unmündigen Söhne Ernst zurück und überwies es zusammen mit dem Amt Rochlitz der Witwe seines am 11. Januar 1537 verstorbenen älteren Sohnes Johann, der Herzogin Elisabeth, geboren Landgräfin zu Hessen, die nach ihrem Witwensitz, von da ab gewöhnlich als Herzogin Elisabeth von Rochlitz bezeichnet wird. Quelle: Frank Brühl
1543 1543 Herzog Moritz   1543 erwarb Herzog Moritz von Georg von Carlowitz die Herrschaft Schönfeld, die er zur Erweiterung des Dresdner Jagdreviers brauchte, im Austausch gegen die Herrschaft Senftenberg. Beim Abschluß des Tauschhandels vereinbarte man, daß Carlowitz im Falle des Ablebens der Herzogin von Rochlitz Senftenberg zurückgeben und dafür Kriebstein erhalten solle. Aber schon am 1. Mai 1543 beauftragte der Herzog Wolf von Schönberg, mit Elisabeth über die baldige Abtretung Kriebsteins zu verhandeln. Die Verhandlungen führten zum Erfolg. Elisabeth erhielt die thüringischen Ämter Dornburg und Kamburg und verzichtete auf Kriebstein. Am 10. August 1543 entband Elisabeth die Kriebsteiner Untertanen von Eid und Pflicht, und der mit anwesende Wolf von Schönberg wies die Leute an den neuen Herrn Georg von Carlowitz. Quelle: Frank Brühl
1543 1550 Herzog Georg von Carlowitz   1543 erwarb Herzog Moritz von Georg von Carlowitz die Herrschaft Schönfeld, die er zur Erweiterung des Dresdner Jagdreviers brauchte, im Austausch gegen die Herrschaft Senftenberg. Beim Abschluß des Tauschhandels vereinbarte man, daß Carlowitz im Falle des Ablebens der Herzogin von Rochlitz Senftenberg zurückgeben und dafür Kriebstein erhalten solle. Aber schon am 1. Mai 1543 beauftragte der Herzog Wolf von Schönberg, mit Elisabeth über die baldige Abtretung Kriebsteins zu verhandeln. Die Verhandlungen führten zum Erfolg. Elisabeth erhielt die thüringischen Ämter Dornburg und Kamburg und verzichtete auf Kriebstein. Am 10. August 1543 entband Elisabeth die Kriebsteiner Untertanen von Eid und Pflicht, und der mit anwesende Wolf von Schönberg wies die Leute an den neuen Herrn Georg von Carlowitz. Quelle: Frank Brühl
1551 1576 Herzog Nikolaus von Carlowitz   Es erfolgte die Teilung der Herrschaft Kriebstein. Es erhielten:

Christof: Vorwerk Ehrenberg, Erlebach, 5 Mann in Grünberg, das unter Georg von Carlowitz entstandenen Kriebethal, Neuhausen, Reichenbach, Schönberg und die Anteile an Gebersbach und Knobelsdorf.

Otto: Kloster Waldheim und die Klostergrundstücke, die nicht zur frommen Stiftungen bestimmt waren, Stadt Waldheim, Grünberg (Grünlichtenberg) ohne die 5 Mann die an Christof kamen, Vorwerk und Dorf Lichtenberg(Grünlichtenberg), Höckendorf, Massanei, Moosheim und den Nonnenwald, an dem später auch Christof Anteil hatte;

Nikolaus: Schloß, Mühle und Vorwerk Kriebstein, Höfchen, Beerwalde, Tanneberg, Reinsdorf, Gilsberg, Heiligenborn, Richzenhain, Rauschenthal, 10 Mann in Erlau und einen Mann in Frankenau;

Wolf: Vorwerk und Dorf Schweikershain, Ober- und Niedercrossen, Holzhausen, Arras, Hartha, Steina, Saalbach und Pischwitz

Rudolf: ein Haus in Dresden und eine Abfindung Solange die Herrschaft gemeinsamer Besitz war, vertrat Christof als Ältester die Rechte. Quelle: Frank Brühl
1576 1583 Wolf von Schöneberg   Auf Grund von Schuden verkauft Herzog Nikolaus von Carlowitz seinem Schwiegervater am 26. November für 34800 Gulden Gut Kriebstein plus Zubehör. Quelle: Frank Brühl
1583 1584 Kurfürst August von Sachsen    
1584 1597 Loth von Ponickau    
1597 1610 Balthasar von Kreutz    
1610 1649 Abraham Georg von Schindel aus Schlesien    
1649 1665     Nach dem Tod von Abraham Georg von Schindel aus Schlesien ersteigerten die Brüder Wolf Balthasar und Melchior Ehrenfried von Kreutz auf einer öffentlichen Versteigerung das Gut.
1665 1719 Oberberghauptmann Caspar von Schönberg auf Pfaffroda.   Seit 1657 konnte es auch an weibliche Erben vererbt werden.
1719 1740 Moritz Friedrich von Milkau   Dieser ist der Schwiegersohn des jüngeren Caspar von Schönberg.
1740 1820 Zuerst der Sohn Moritz Friedrich von Milkau, später die Familie von Milkau.   1770/71 gab Kurfürst Friedrich August der Gerechte gegen Wegfall des Jagdgeldes und der Deputate die hohe und die mittlere Jagd zurück.
1825 1857 Hanscarl von Arnim (1802- 1857) aus dem Hause Planitz    
1857 1889 Hans Henning von Arnim (1833- 1889)    
1889 1899 Hans, Christoph, Wolf und Erik v. Arnim (Söhne)    
  1945 der 3. Sohn Erik von Arnim    
         
1945 1990 "volkseigen"    
01.01.1993   Eigentum des Freistaates Sachsen und untersteht der Sächsischen Schlösserverwaltung im Landesamt für Finanzen